Plastik aus Hanf – Eine tolle Lösung für ein großes Umwelt – Problem

Plastik aus Hanf könnte eine super Alternative für die Umwelt sein. Nahezu alles, was aus herkömmlichem Plastik hergestellt ist, kann aus Hanf ebenso hergestellt werden – ohne Natur und Tieren zu schaden und als Mikroplastik in unseren Körpern zu landen.

Plastik ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Tüten, Kosmetikbehälter und Verpackungen aller Art stellen ein riesiges Problem für unsere Umwelt dar.

Warum wird Plastik immer noch aus umweltschädlichen, nicht erneuerbaren Chemikalien hergestellt, obwohl es gute Lösungen aus der Natur gibt?

Über 50.000 Industriezweige könnten profitieren

Könnten wir auf fossilen Brennstoffen basierende Kunststoffe durch Hanf ersetzen? Es gibt immerhin bereits über 50.000 denkbare industrielle Anwendungsmöglichkeiten in der Industrie. Auch medizinisch wird Cannabis sehr erfolgreich gegen Schmerzen und viele Krankheiten erfolgreich eingesetzt.

Leider gibt es darüber keine deutschen Videos…und allgemein kaum Infos

Du hast vielleicht schon gehört, dass landwirtschaftlicher Hanf, (nicht gleich Marihuana, dazu später!) Dutzende von potenziellen Verwendungszwecken hat, von Kleidung über Plastik bis zum Papier. Unser Toilettenpapier, für das Millionen Bäume abgeholzt werden, könnte z.B. ebenfalls aus Hanf sein.

Fossile Brennstoffe sollten out sein

Da sich praktisch alle Klimawissenschaftler einig sind, dass wir unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch neue Möglichkeiten ersetzen müssen, ist es überraschend, dass diese Wunderpflanze nicht in größerem Umfang genutzt wird.

Als ich mich die letzten Tage mit dem Thema beschäftigte, stellte ich fest, dass Hanf bereits in einigen alltäglichen Gegenständen (auch in Autos) vorkommt. Aber es gibt Hindernisse, die Hanfplastik teurer und weniger vielseitig machen.

Nicht nur die schädlichen Auswirkungen der globalen Erwärmung werden immer deutlicher, auch konventionelle Kunststoffe verschmutzen unsere Umwelt und können sogar über unsere Nahrung in unseren Körper gelangen. Sie wirken sich nachteilig auf die Gesundheit von Mensch und Tier aus.

Beweise für den Plastik – Wahn in der freien Natur

In einem besonders schockierenden Beispiel aus jüngster Zeit fanden Forscher der University of Tasmania und der britischen Royal Society for the Protection of Birds auf Henderson Island, einer unbewohnten Koralleninsel im Südpazifik, 700 Teile Plastik auf jedem Quadratmeter.

“Ich bin zu einigen der entlegensten Inseln der Welt gereist, und egal, wo ich war, in welchem Land ich war und an welchem Ozeans: Die Geschichte ist dieselbe: Die Strände sind mit Beweisen für menschliche Umweltverschmutzung übersät”, sagte Jennifer Lavers, eine Meereswissenschaftlerin der Universität, gegenüber der Zeitschrift “The Guardian”.

Plastikmeer…überall

Die Ozeane befinden sich in einem ähnlichen (oder noch schlimmeren) Zustand. Mikroplastik oder winzige Plastikfragmente verschmutzen das Wasser und werden oft von Meerestieren gefressen.

Der Große Pazifische Müllstrudel ist ein gutes Beispiel: Ein Forscherteam, welches sich aus Forschern der ganzen Erde, zusammengesetzt hat, berichtete, dass etwa 80.000 Tonnen Plastik dort im Meer treiben – auf einer Strecke von 1,6 Millionen Quadratkilometer.

Das entspricht der dreifachen Fläche Frankreichs.

Plastik aus Hanf als Alternative für die Umwelt
https://www.mnn.com/earth-matters/

Hanf ist eine nachhaltige Alternative für viele Kunststoffe

Einige der frühesten Kunststoffe wurden aus Zellulosefasern hergestellt, die aus organischen, nicht erdölbasierten Quellen gewonnen wurden.

“Hanfzellulose kann extrahiert und zur Herstellung von Zellophan, Zellwolle, Zelluloid und einer Reihe verwandter Kunststoffe verwendet werden”, berichtete Seshata, eine Journalistin und Hanf – Forscherin bei Sensi Seeds im Jahr 2014. “Hanf enthält bekanntlich etwa 65-70% Zellulose und ist eine gute Option zu nicht erneuerbaren Kunstoffen.

Auch andere Möglichkeiten sind vorhanden (Holz enthält etwa 40%, Flachs 65-75% und Baumwolle bis zu 90%), doch Hanf ist aufgrund seiner Nachhaltigkeit und geringen Umweltbelastung besonders vielversprechend.”

Während 100 % auf Hanf basierende Kunststoffe noch eine Rarität sind, werden bereits einige “Biokomposit-Kunststoffe” (Kunststoffe, die aus einer Kombination von Hanf und anderen pflanzlichen Quellen hergestellt werden) verwendet.

Plastik aus Hanf - Eine tolle Lösung für ein großes Umwelt - Problem 1
Plastiktüten aus Hanf werden in anderen Ländern bereits fleißig hergestellt – eine echte Business Idee?

Dank ihrer hohen Festigkeit und Steifigkeit werden diese Hanf – Kompositionen derzeit beim Bau von Autos, Booten und sogar Musikinstrumenten verwendet.

Könnte Plastik aus Hanf statt herkömmlichen Flaschen verwendet werden?

Biokunststoff ist vielversprechend, aber er kann nicht alle unsere Verschmutzungsprobleme lösen. Viele Plastikprodukte werden aus Polymerharzen hergestellt, darunter Polyethylenterephthalat (kurz: PET), die in Plastikflaschen vorkommen.

Der Focus schreibt dazu:

PET-Trinkflaschen enthalten meist Bisphenol A, kurz BPA genannt. Dieser Stoff zählt zu den hormonellen Schadstoffen.

Schon in geringer Konzentration wirkt die chemische Verbindung direkt auf die Hormonrezeptoren ein.

Deswegen ist der Verzicht auf Plastik nicht nur gut für die Umwelt, auch Ihrer Gesundheit zuliebe sollten Sie alternative Materialien vorziehen, oder zumindest zu  BPA-freien Plastikflaschen  greifen.

https://praxistipps.focus.de/plastikfreie-trinkflasche-diese-alternativen-gibt-es_103404

Während Befürworter hoffen, eines Tages zu 100 % auf Hanf – Plastikflaschen umsteigen zu können, ist die Technologie einfach noch nicht reif für die Umstellung.

Kommerziell erhältliche Produkte werden momentan zu höchstens 30 % aus pflanzlichen Materialien hergestellt, während der Rest aus fossilen Energiequellen besteht.

Unternehmen erforschen Plastik – Alternativen

Die gute Nachricht ist, dass viele Unternehmen stark in die Erforschung von Ersatz für traditionelle PET – Flaschen investieren. Das erste Startup, das ein fähiges kommerzielles Produkt herstellt, wird vielleicht Millionär 🙂

Leider sind selbst Kunststoffe, die so konzipiert wurden, dass sie biologisch abbaubar sind, immer noch nicht umweltfreundlich. In einer Mülldeponie wird fast nichts biologisch abgebaut, und Hanf-Mikrokunststoffe verursachen nach wie vor Probleme, wenn sie in die Ozeane gelangen.

Plastik aus Hanf

Biologisch abbaubare Kunststoffe müssen zur effizienten Entsorgung an kommerzielle Kompostierungsanlagen geschickt werden. Diese Anlagen sind nicht für jeden zugänglich.

Neben innovativen Ideen für bessere Alternativen zu Kunststoffen gilt es also, parallel eine verantwortungsvollere Einstellung zu Einwegprodukten zu bekommen.

Der Krieg um die Legalisierung von Hanf

Während die Kosten für fossile Brennstoffe durch Subventionen niedrig gehalten werden, bleiben Hanfprodukte größtenteils kostspielige Luxusartikel. Die USA legalisierten Hanf im Jahr 2018, nachdem sie einige Jahre über den Anbau nachgedacht hatten.

Obwohl Hanf weniger Pestizide benötigt und einen kleineren ökologischen Fußabdruck hat als viele andere Nutzpflanzen, bleibt der Anbau und die Ernte arbeitsintensiv. Ein weiterer Nachteil ist, dass Hanf “auf einigen Böden einen erheblichen Düngemittel- und einen relativ hohen Wasserbedarf” hat, wie Seshata feststellte.

Die Hanfpreise werden jedoch zweifellos sinken, und die Technologie wird sich verbessern, wenn sich der Hanfanbau ausbreitet. Zur Zeit wird der meiste Hanf in den Vereinigten Staaten für CBD angebaut.

Cannabidiol, kurz CBD, ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus dem weiblichen Hanf (Cannabis). Medizinisch wirkt es entkrampfend, entzündungshemmend, angstlösend und gegen Übelkeit. Weitere pharmakologische Effekte wie eine antipsychotische Wirkung werden erforscht.

Immer mehr Bauern beginnen, mit anderen Sorten zu experimentieren, die wegen ihres Fasergehalts leichter geerntet werden können.

Könnte Hanfplastik für Legos verwendet werden?

Eines der provokativsten Beispiele für die potenzielle Zukunft von Hanf als Kunststoff könnte von LEGOs, dem allgegenwärtigen Spielzeug, kommen, das bis 2030 die schrittweise Abschaffung von Harz auf der Basis fossiler Brennstoffe verspricht.

“Hanf könnte das kostengünstige, ökologisch nachhaltige Alternativmaterial sein, das LEGO sucht”, spekulierte Emily Gray Brosious in einer Untersuchung der Sun Times vom Februar 2016.

Ob wir jemals in der Lage sind, ein Raumschiff aus Hanfbausteinen zu bauen oder nicht, das volle Versprechen von Hanfplastik bleibt verlockend nahe, aber gerade noch unerreichbar.

Fazit

Es gibt bereits jetzt sehr gute Alternativen zu Plastik. Hanf ist nicht die einzige: Aus Kork und Mais kann ebenfalls Plastik hergestellt werden.

Außerdem: Bist du nicht ebenso wie ich der Meinung, dass bei vielen Produkten das Plastik, in das sie verpackt sind, reiner Irrsinn ist?

Plastik aus Hanf - Eine tolle Lösung für ein großes Umwelt - Problem 2
Dieses Bild ist aus dem sehr lesenswerten Artikel meiner liebsten nachhaltigen Seite Utopia: 17 Plastikverpackungen, die an der Menschheit zweifeln lassen

Gerade bei Flaschen wäre es eine Überlegung wert, Kranwasser zu trinken, was bei uns eine echt gute Qualität hat – oder einen Soda Stream zu kaufen. Wir trinken das Wasser daraus sehr gerne.

Was sagst du zum Hanf aus Plastik? Hinterlass mir gerne einen Kommentar 🙂

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