Eine kleine Sytemkritik – menschlich ist anders

Achtung, Systemkritik folgt…Du bist hier auf meinem Blogtagebuch gelandet. Alles in dieser Kategorie ist also meine persönliche Meinung, meine eigene Erfahrung. Du kannst das richtig oder falsch finden 🙂

Die Vorgeschichte

Ich hatte vor knapp 7 Jahren eine kurze Affäre, das Kondom riss, ich wurde schwanger. Manches kann im Bruchteil einer Sekunde geschehen, wenn man 0 damit rechnet, so ist das Leben.

Obwohl es nur eine Affäre war, haben wir es miteinander versucht… Familie und so. Leider hat es nicht funktioniert. Aus vielen guten Gründen.

Wir haben eine freundschaftliche Beziehung und er guten Kontakt zu seiner Tochter. Ich habe mittlerweile einen wundervollen Lebensgefährten, der immer für uns da ist.

13 Wünsche für meine Tochter
Unsere Geschichte als Roman

Männer Story (nur zum besseren Verständnis)

  • 1: Meine (erste!) große Liebe – 6 Jahre Beziehung, er ist verstorben
  • 2: Der dicke David, 7 Jahre, zu dem komme ich später…
  • 3: Vater meiner Tochter, Versuch

Seit 2 Jahren bin ich glücklich mit meinem Lebensgefährten, dem besten Naturfotografen der Welt, WildeMotive. Er hat mir den Glauben an das Gute im Mann wieder gegeben, ich liebe ihn.

Ich war also damals alleinerziehende Mutter.

Der Vater meiner Tochter: Keine finanzielle Hilfe, kein Unterhalt, keinen Bock, arbeiten zu gehen, psychisch nicht gesund. Trotzdem ist er ein guter Kerl und wir sind mittlerweile gut befreundet.

Zwischenzeitlich, wenn er Lust hatte, verschwand er tage-, wochen- oder monatelang – ohne Lebenszeichen.

Zurück zum Sozialsystem

Nach einem Jahr ging ich wieder arbeiten. Zuvor war ich kurz auf Hilfe vom Amt angewiesen – eine menschenunwürdige Erfahrung.

Ich hatte jahrelang Vollzeit gearbeitet (Pflegefachkraft) und wurde behandelt wie der letzte Sozialschmarotzer.

Meine Tochter war nicht mal ganz 1 und ich wurde täglich unter Druck gesetzt, schnell wieder zu arbeiten…das entbehrt jeder Rechtslage! Als Pflegefachkraft war ich heiß begehrt auf dem Arbeitsmarkt.

Ich musste mit Baby fast täglich durch ganz NRW hetzen.

Das Ganze nur, um Stellenangebote, die ich mehrfach pro Woche vom Amt bekam, wahrzunehmen, bei denen von vorne herein FESTSTAND, dass ich sie wegen den Schichten als alleinerziehende Mutter niemals ausüben kann!

Und dafür fuhr ich mit Bus, Bahn & Kind durch ganz NRW?

Am Ende nahm ich einen Job an, in dem ich nicht als Fachkraft bezahlt wurde (Mindestlohn), weil es keinen Job als Pflegefachkraft GAB, den ich mit den Betreuungszeiten meiner Tochter vereinbaren konnte. Einfach, damit dieser Druck und diese Behandlung aufhörte.

Natürlich konnte ich uns damit nicht gut über Wasser halten.

Seitdem will ich vom Amt nichts mehr wissen.

Ich bin ein Stehaufweibchen. Positiv denken

Wenigstens waren wir vom “sozialen” HartzIV schnell wieder weg gekommen. Ich habe mich so unglaublich unter Druck gefühlt! War es denn meine Schuld, dass der Vater keinerlei Verantwortung übernahm, auch nicht finanziell?

NIE WIEDER werde ich staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. Da muss doch differenziert werden zwischen Notlage und “kein Bock auf Arbeit”!

Da darf nicht so ein Druck entstehen, dass Frau gezwungen ist, den letzten Job anzunehmen, weil mit Sanktionen gedroht wird!

Ich habe kein Auto. Ich brachte morgens meine Tochter mit dem Bus zur Tagesmutter, ging arbeiten, holte sie nachmittags ab und war täglich 3 Stunden mit Fahrtwegen beschäftigt. Für nicht mal 1000€ im Monat.

Aber wir waren finanziell unabhängig, das zählte.

Wenig Empathie vom Umfeld

Von meinem Umfeld gab es wenig Verständnis, Entlastung und keine finanzielle Hilfe. Einzig meine Eltern betreuten meine Tochter, wenn was mit der Arbeit nicht passte.

Aber es musste Geld her und ich wollte natürlich nicht dauerhaft als erfahrene Pflegefachkraft auf Mindestlohn Basis arbeiten!

Nachdem ich abends meine Tochter ins Bett gebracht hatte, studierte ich Schreiben für Sach- und Fachmedien, um irgendwann aus diesem Hamsterrad rauszukommen.

Es würde ja alleinerziehend und als Pflegefachkraft in den nächsten Jahren nicht besser werden alles.

Eine kleine Sytemkritik - menschlich ist anders 1
Hier kommst du zum Post

Erstmal musste aber mehr Geld her. Als meine Tochter 2 war, kam sie in den Kindergarten. Ich konnte daduruch etwas Zeit sparen.

Ich beschloss, mir eine Stelle ausschließlich im Nachtdienst zu suchen…als Fachkraft bezahlt. 7 Nächte arbeiten, 7 frei, immer im Wechsel.

Der Vater & andere Menschen in meinem Umfeld verlangten Geld dafür, dass sie nachts bei meiner (im Falle des Vaters bei SEINER….) Tochter blieben.

Abgaben, kein Geld und so

Ein Babysitter würde mein halbes Gehalt fressen. Es gibt nämlich keinen Anspruch auf Betreuungskosten – Übernahme nachts.

Ich zahle also selbst…man kann sich ja denken, wie teuer das bei 14 Nächten a 12 Stunden im Monat war. Außerdem verlangte mir das alles ab. Es war tierisch anstrengend.

Ich hatte das Gefühl, ich strampelte in diesem Hamsterrad wie bekloppt…und kam nicht raus.

Kleine dumme Nebenbaustelle in der Geschichte

Ich war zu dieser Zeit auch noch in einer Privatinsolvenz gefangen – weil mein Ex, der dicke David, wie ich ihn “liebevoll” nenne, ca 50 gelbe Briefe (Mahnungen!) unter den Schreibtisch geklebt hat, damit ich sie nie finde.

Wie es dazu kam? Er hat jahrelang auf meinen Namen irgendwelchen Scheiß gekauft.

Luxus, unsinniges Zeug, teures Auto. Manchmal wusste ich davon, manchmal nicht. Ich hab mich ausnutzen lassen, er selbst hatte nen negativen Schufa Eintrag.

Ich war ein Idiot. Er hat mich einfach manipuliert.

Irgendwann stand halt ein Gerichtsvollzieher vor der Tür und wollte pfänden, als erstes mein Klavier.

Der dicke David war nicht da. Ich wusste von nichts.

Mein Lied für den dicken David

Der Typ sprach von unzähligen Mahnungen, auf die seit Ewigkeiten nicht reagiert wurde. Ich habe die Mahnungen gesucht & gefunden.

Er hat es trotz der recht erdrückenden Beweislage abgestritten.

Bis heute 0,0%. Keine Gerichtsverhandlung wahrgenommen… er ist untergetaucht. Ich habe meine Schulden komplett beglichen und abbezahlt, so dass ich diese unwürdige Insolvenz nach 5 Jahren beenden konnte.

Ich konnte dass ganze Geld nicht auf einmal oder in Raten alleine abbezahlen. Seinen Teil, den er nicht zahlt, trage ich ja noch mit.

Ich bin NICHT unschuldig!

Ich hätte mich auf diesen Idioten nie einlassen und ihm seinen Audi A6 finanzieren dürfen. Am Ende hat er mich mit einer anderen betrogen & sitzen lassen, nur als Randinfo.

Wir waren 7 Jahre ein Paar. Der Mann hat mein Männerbild nachhaltig zerstötz und es hat lange gedauert, bis ich Männer wieder normal wahrnehmen konnte.

Zurück zur eigentlichen Story

Jetzt komme ich wieder zur eigentlichen Geschichte: Weil ich nämlich über der Insolvenz – Pfändungsgrenze lag, wurde mir ein beträchtlicher Teil meines Gehalts weggepfändet.

Da ich jeden Monat unterschiedlich viel verdiente, konnte es auch passieren, dass die Bank mein Konto einfror.

  • Betreuungskosten: 350€/Monat
  • Pfändung: 600€
  • Weil ich nun “Gutverdiener” (1900 netto) war, betrug mein Kindergartenbeitrag jetzt 270€

Aber egal: Wenn die Bank Mitte des Monats mein Konto ohne Vorwarnung einfror, weil ich 2€ über der Grenze lag, hatten wir eh kein Geld.

Der Fehler im System

Dass meine Tochter und ich dann nichts zu essen haben, obwohl ich schufte wie eine Irre? Egal.

Für einen Fehler, den ich vor Jahren gemacht habe, wurde ich behandelt wie ein Schwerverbrecher, ich durfte nicht mal eine Scheiß Prepaid Kreditkarte haben!

Während Länder, Banken und korrupte Firmen Schulden machen ohne Ende – ohne Gewissen, ohne jede Konsequenz!

Aber das nur so am Rande. Jedenfalls blieb von meinem Gehalt am Ende weniger übrig als bei Hartz4.

Es kam jedenfalls, wie es kommen musste…ich wurde krank.

Der vorprogrammierte Burnout

Burnout. Nach 2 Jahren durcharbeiten ohne Pause. Alleinerziehende leisten so extrem viel. Es ist Wahnsinn und keine Mutter sollte sich zwischen Kindern und Job zerreißen müssen.

Bevor ich nicht mehr konnte, hatte ich schon länger mein Umfeld um Hilfe gebeten und ganz klar kommentiert, dass ich echt nicht mehr kann.

Ohne großen Erfolg. Wenn man immer stark rüber kommt, denken alle “die schafft das schon”. Da ist gerade von der Familie eine Gleichgültigkeit, die ich unglaublich traurig finde und unter der ich sehr leide.

Hauptsache, sie können gelegentlich Papa, Oma oder Tante spielen. Meine Eltern sind hier ganz klar ausgenommen.

Ohne Witz: Wenn z.B. MEIN Sohn sein Kind im Stich lassen würde & sich in keiner Hinsicht kümmert, würde ich meinem Enkel helfen…regelmäßig.

Und meinem Sohn würde ich eh den Arsch aufreißen.

Väter haben viele Rechte, aber wenige Pflichten

Ich erholte mich jedenfalls so schnell es ging…und dann ging alles von vorne los mit dem Hamsterrad. Ich habe eine Mutter Kind Kur beantragt, schon vorher, aber ich habe sie nicht bewilligt bekommen, ich sei “kein Härtefall”.

Ich musste ja weiter Geld für uns verdienen.

Die fanden das alle ganz normal, keiner hat mir mal gesagt: Du musst kürzer treten, es ist nicht gut, gleich wieder voll loszulegen. Alle fanden das ganz normal.

Das einzige, was kam, waren Vorwürfe, dass ich in der Krankheit “so ein anderer Mensch” gewesen war.

Mir selbst war schnell klar, dass es so nicht weiter geht. Es war ja nicht nur die Arbeit, sondern auch die Tatsache, dass mein Kind traurig war und weinte, wenn ich nachts arbeiten ging. Dass ich keine Zeit für sie hatte.

Ich kam dann eines Tages morgens von der Arbeit und wusste:

Das geht nicht mehr

Mein Kind muss das Wichtigste sein, nicht mein Job. Von heute auf morgen schmiss ich ihn hin und machte mich selbständig als Texterin. Vom Schreiben leben ist schon seit Ewigkeiten meine Vision gewesen.

Das bisherige Ergebnis findest du hier auf meiner Webseite 🙂

Fazit dieser Story

An dieser Geschichte ist rein gar nichts korrekt und fair für meine Tochter und mich gelaufen. Was ich damit aber eigentlich ausdrücken möchte, ist, dass es auch in den aussichtslosesten Situationen weiter geht.

Auch wenn diese Zeit verdammt hart war, ich habe mit allem daran abgeschlossen. einfach weiter gemacht und an meinen Traum geglaubt. Und es wurde wieder besser.

Heute bin ich verdammt glücklich mit meinem Freund, er wohnt seit ein paar Monaten auch hier bei uns. Meine Tochter ist ein tolles Mädchen, ich lebe meinen Traum, weil ich dafür verdammt hart gekämpft habe.

Eine kleine Sytemkritik - menschlich ist anders 2

Klar, es ist noch nicht alles perfekt. Obwohl meine Infos und mein Content echt gut sind, verkaufe ich nicht Millionen Bücher oder Kurse, mein Affiliate Marketing läuft so lala und es ist nicht so, dass wir hier im Geld schwimmen.

Sind eh alles Lügner, die dir erzählen, sie hätten von heute auf morgen mit ihrem Online Business Erfolg gehabt 🙂

Worum es geht: Es lohnt sich, auch bei harten Zeiten weiter zu machen und daraus zu lernen. So etwas wie mit dem dicken David passiert mir ganz sicher nicht ein zweites Mal.

Ich habe unglaublich viel über mich gelernt, ich hatte null Ahnung, wozu ich in der Lage bin.

Deswegen bin ich dem Vater meiner Tochter dankbar für diese Erfahrung, alleinerziehend zu sein, auch wenn ich es mir kein zweites Mal wünsche.

Und allen, die sich diese Story gleichgültig angeguckt haben, ganz egal ob Familie, einige “Freunde”, Ämter, Banken oder sonstwer:

Danke für nichts. Die fehlende Empathie mancher Menschen finde ich unglaublich traurig.

Ach ja und den ganzen Menschen, die sich über uns das Maul zerreißen und zerrissen haben, ohne sich auch nur einmal die Mühe gemacht zu haben, uns richtig kennen zu lernen oder mal persönlich nachzufragen:

Ihr geht mir eh am Arsch vorbei 🙂

Meine Tochter, solche Erfahrungen und diese riesige Verantwortung haben mich zu einem anderen Menschen gemacht.

Wenn du miese Zeiten hast, sei sicher: Du wirst daraus etwas sehr Wichtiges lernen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.